Dunkle Wolken, tiefes Wasser – Willkommen 2025
Das neue Jahr hat begonnen, und mit ihm zieht eine Wetterlage auf, die uns mehr als ein mulmiges Gefühl gibt. Es steht uns ein politischer Kurs bevor, der anstatt Brücken zu bauen, Gräben vertieft. Doch wenn der Sturm stärker wird, hilft oft nur eines: Humor.
Nach drei ausverkauften Vorstellungen von God’s Entertainment tauchen wir ein weiteres Mal in die Untiefen der Ozeane. Auch Markus&Markus widmen sich den großen Fragen unserer Zeit: Ressourcenverbrauch und Umwelt.
Sand im Getriebe Mit Titanic II(17. & 18. Januar) begibt sich das Theaterkollektiv Markus&Markus dorthin, wo der berühmte Film endete: auf den Meeresgrund. Dort liegt nicht nur die Titanic, sondern auch eine Menge Sand – eine scheinbar unerschöpfliche Ressource, die still und leise zum Brennpunkt globaler Konflikte geworden ist.
Markus&Markus zeigen in ihrem dokumentarischen Theater die Folgen des Raubbaus am Sand. Mit Humor und Nachdenklichkeit entwerfen sie ein Telegramm vom sinkenden Schiff und stellen die dringende Frage: Welchen Kurs wollen wir einschlagen? Ein Abend, der trotz seiner Thematik leicht zugänglich ist – Titanic II ist auch für Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren geeignet und bietet damit eine besondere Gelegenheit für gemeinsames Theatererleben.
Apropos junges Publikum: Die Gesundheit unserer Meere zieht sich thematisch durch das WUK-Programm. Auch die WUK Kinderkultur greift sie mit Pinguin Fishing (6+) vom Grazer Theater ASOU (23. & 24. Januar) auf. Spielerisch und humorvoll wird hier jungen Theaterfans die fragile Welt der Ozeane nähergebracht.
Zorn für eine neue Kraft Mit RAGE (13.–15. Februar) bringt Daphna Horenczyk eine interdisziplinäre Solo-Punk-Performance auf die Bühne, die sich mit den Herausforderungen einer zunehmend polarisierten Welt auseinandersetzt. Die Rebellin im Zentrum dieser DIY-Performance trotzt den Kräften linker Grabenkämpfe und der wachsenden gesellschaftlichen Zerrissenheit. RAGE ist ein intensives, provokantes Statement, das nach Wegen sucht, wie aus Wut und Chaos Solidarität und kreative Freiheit entstehen können.
Neue Perspektiven für Europa Mit der Trilogie BLIND DATE EUROPA (19.–21. Februar) bringt das Theater im Bahnhof aus Graz eine humorvolle, aber messerscharfe Auseinandersetzung mit den Beziehungen innerhalb Europas auf die Bühne. Jeder der drei Abende – OST, MITTE und WEST – nimmt eine andere Perspektive auf den Kontinent ein, beleuchtet Brüche und Spannungen, aber auch die Möglichkeiten für neue Formen des Miteinanders.
In einer politischen Landschaft, die immer stärker von Abschottung und Nationalismus geprägt wird, bedient sich BLIND DATE EUROPA des Humors als Brücke, die Verständigung und Zusammenhalt in den Fokus rückt – ein künstlerischer Appell gegen das Auseinanderdriften Europas.
Während der politische Kurs sich zu verhärten scheint, halten wir die Türen offen für kritische Auseinandersetzungen und kreative Strategien des Widerstands. Theater ist in Zeiten wie diesen mehr denn je ein Raum für Perspektivwechsel, ein Rettungsboot für Humor und Zusammenhalt.
Herzliche Grüße und die besten Wünsche, Andreas, Anežka und Rebekka
|